Schließungen von Arbeitgeberunternehmen (ab 2015)

2019 wurden insgesamt 21.441 Arbeitgeberunternehmen mit 74.937 Beschäftigten geschlossen. Durchschnittlich lag die Schließungsrate bei 9,0%. Im Produzierenden Bereich (Abschnitte B-F) lag die Schließungsrate 2019 bei 6,2% und im Dienstleistungsbereich (Abschnitte G-S ohne O und K64.2 und K64.3) bei 9,6%.

Durch die 21.441 Arbeitgeberschließungen des Jahres 2019 gingen im Durchschnitt 3,5 Arbeitsplätze (für selbständig und unselbständig Beschäftigte) pro Unternehmen verloren. Die meisten Beschäftigten pro Schließung waren in den Bereichen „Sonst. wirtschaftl. Dienstleistungen“ (4,7), „Bau“ und „Verkehr“ (je 4,2) sowie „Beherbergung und Gastronomie“ (4,0) zu verzeichnen.

Überdurchschnittliche Schließungsraten waren z.B. in den Wirtschaftsbereichen „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ (13,1%), „Verkehr“ (12,8%) und „Beherbergung und Gastronomie“ (12,7%) oder „Sonst. Dienstleistungen“ (10,5%) zu verzeichnen. Eher niedrig waren die Schließungsraten in den Branchen „Bergbau“ (3,7%), „Wasserversorgung und Abfallentsorgung“ (3,8%), „Energieversorgung“ (4,3%) und „Herstellung von Waren“ (5,4%).

Bei den Rechtsformen machten 2019 – analog wie bei den Arbeitgebergründungen – die Einzelunternehmen den größten Anteil (mehr als zwei Drittel, 69,0%) der Schließungen aus. Auch die Schließungsrate war bei den Einzelunternehmen (11,7%) am höchsten. Die Schließungsraten der Rechtsformen „Personengesellschaften und andere Rechtsformen“ bzw. „Kapitalgesellschaften“ lagen bei 5,0% bzw. 8,3%. Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl pro Arbeitgeberschließung war bei Einzelunternehmen (3,1) niedriger als bei Personengesellschaften und anderen Rechtsformen (4,2) bzw. Kapitalgesellschaften (4,4).

Die Ergebnisse nach Beschäftigtengrößenklasse zeigen für die Größenklasse 1-4 unselbständig Beschäftigte die höchste Schließungsrate (12,7%). Diese Größenklasse machte auch den Löwenanteil der Arbeitgeberschließungen (87,7%) aus. Die beiden anderen Größenklassen mit 5-9 bzw. mit 10 und mehr unselbständig Beschäftigten wiesen deutlich geringere Schließungsraten (4,2% bzw. 1,7%) auf; auf diese Größenklassen entfielen auch nur 8,7% bzw. 3,6% aller Schließungen.

Im Bundesländervergleich ergaben sich für Wien (10,3%), Kärnten (9,6%) und Burgenland (9,5%) über und auf dem Durchschnitt liegende Schließungsraten. Anzahlmäßig gab es 2019 in Wien (5.495), Niederösterreich (3.454), Steiermark (2.717) und Oberösterreich (2.714) die meisten Arbeitgeberschließungen. NUTS3-Regionen mit über dem Durchschnitt liegenden Arbeitgeberschließungsraten 2019 waren u.a. Tiroler Oberland (11,4%), Mittelburgenland (10,6%) und Klagenfurt-Villach (10,4%).

Ein Blick auf die Arbeitgeberschließungen (nur Einzelunternehmen) nach Geschlecht zeigt, dass sich 2019 rund zwei Drittel (66,3%) der geschlossenen Einzelunternehmen in männlicher Eigentümerhand befanden. Die Schließungsrate der Unternehmen, welche von Frauen gegründet wurden, lag über jener der von Männern gegründeten Einzelfirmen (13,2% vs. 11,1%).

Entwicklung der Arbeitgeberschließungen im Zeitverlauf (2007 bis 2019)

Die Zahl der Arbeitgeberschließungen hat sich seit 2007 erhöht, insgesamt um 39,2%. Die Schließungszahlen von Arbeitgeberunternehmen lagen von 2007 bis 2018 jeweils unter den entsprechenden Neugründungszahlen. Im Jahr 2019 liegen die Schließungszahlen über den Neugründungszahlen. Vergleicht man die Entwicklung im Analysezeitraum (2007 bis 2019) nach Wirtschaftsbereichen, waren die Zuwächse an Arbeitgeberschließungen in den Branchen „Gesundheits- und Sozialwesen“ (+178,9%) „Grundstücks- und Wohnungswesen“ (+156,7%), „Wasserversorgung und Abfallentsorgung“ (+80,0%) sowie „Energieversorgung“ (+72,7%) am höchsten.

Hinweis zur Methodik

Die Schließungszahlen der jeweils letzten beiden Berichtsjahre (hier: 2018 und 2019) sowie die Neugründungs-, Bestands- und Überlebenszahlen des aktuellsten Berichtsjahres (hier: 2019) werden bedingt durch die relativ späte zeitliche Verfügbarkeit der zugrundeliegenden Verwaltungsdatenquellen und den damit verbundenen Verzögerungen als vorläufig ausgewiesen.

Seit 2015 gelangt eine überarbeitete, verbesserte Methode zur Erstellung der Unternehmensdemografie-Statistik zur Anwendung. Wesentliche Änderung war die nunmehrige Möglichkeit der Miterfassung kleiner und kleinster Unternehmen durch den Wegfall der Umsatzgrenze. Die Daten wurden bis einschließlich 2007 mit der neuen Methode rückgerechnet. Für die Schließungen war die Rückrechnung der neuen Methode für die Jahre 2007 bis 2009 im Nachhinein nur eingeschränkt möglich, wodurch es im Jahr 2010 zu einem Zeitreihenbruch kommt.

Schließungen von Arbeitgeberunternehmen 2007-2019 nach Wirtschaftsbereichen
Schließungen von Arbeitgeberunternehmen 2007-2019 nach Rechtsformen (gruppiert)
Schließungen von Arbeitgeberunternehmen 2007-2019 nach Beschäftigtengrößenklassen
Schließungen von Arbeitgeberunternehmen 2007-2019 nach Bundesländern
Schließungen von Arbeitgeberunternehmen 2007-2019 nach Geschlecht (bei Einzelunternehmen)
Schließungen von Arbeitgeberunternehmen 2007-2019 nach NUTS3

Anteile Schließungen nach Rechtsformen (gruppiert) 2007 bis 2019
Anteile Schließungen nach Beschäftigtengrößenklasse 2007 bis 2019
Arbeitgeberunternehmensbestand vs. Schließungen 2019 nach Rechtsformen (gruppiert)
Arbeitgeberunternehmensbestand vs. Schließungen 2019 nach Beschäftigtengroßenklasse
Arbeitgeberunternehmensbestand vs. Schließungen 2019 nach Bundesländern


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