Eisen- und Stahlstatistik (Investitions- und Bilanzstatistik)

Ziel und Zweck

Nach Auslaufen des EGKS-Vertrages (Vertrag über die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl – EGKS) am 23. Juli 2002 wurde gemäß der Verordnung (EG) Nr. 48/2004 des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 5. Dezember 2003 die Erstellung von jährlichen Statistiken der Gemeinschaft über die Stahlindustrie für die Berichtsjahre 2003 bis 2009 angeordnet. Mit dieser Verordnung sollte sichergestellt werden, dass der für die Gemeinschaftspolitiken im Bereich der Stahlindustrie notwendige Informationsstand über die wesentlichsten Indikatoren über den Ablauf des EGKS-Vertrages bis 2009 erhalten bleibt. Darüber hinaus benötigen die Unternehmen der Stahlindustrie weltweit verfügbare Informationen über Investitionen, Kapazitäten und Marktvolumen, um mögliche zukünftige Unter- bzw. Überkapazitäten bei bestimmten Stahlerzeugnissen feststellen zu können. Die Statistiken über den Energieverbrauch vermitteln nicht nur Informationen über Energieverbrauch und -erzeugung in der Stahlindustrie, sondern stellen auch Indikatoren über den Schadstoffausstoß zur Verfügung. Statistiken über die Verfügbarkeit und Vorräte an Eisen- und Stahlschrott stellen ein Instrument zur Überwachung der Verwendung des für die Stahlerzeugung unentbehrlichen Rohstoffs dar.

Die Bundesanstalt Statistik Österreich wurde daher durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit als in der Vollziehung zuständigem Ressort beauftragt, von den Referenzjahren 2003 bis 2009 jährliche Erhebungen zur Ermittlung der zur Erfüllung der obgenannten EU-Verordnung notwendigen Daten durchzuführen.

Die dafür notwendige jährliche Erhebung zur Eisen- und Stahlstatistik – Investitions- und Bilanzstatistik umfasst folgte Teilbereiche (in Klammer die entsprechenden Fragebogen im Rahmen des vormaligen EGKS-Vertrages):

  • Statistiken über die Schrott- und Gussbruchwirtschaft (vormals EGKS-Fragebogen 2-50)
  • Statistiken über den Brennstoff- und Energieverbrauch nach Art der Anlage sowie Statistiken über die Elektroenergiebilanz in der Stahlindustrie (vormals EGKS-Fragebogen 2-58)
  • Statistiken über die jährlichen Aufwendungen (Investitionsausgaben) in der Eisen- und Stahlindustrie nach Art der Anlage (vormals EGKS-Fragebogen 2-60) sowie
  • Statistiken über die maximale Produktion (Kapazität in der Eisen- und Stahlindustrie (vormals EGKS-Fragebogen 2-61).

Die weiteren, im Rahmen des EGKS-Vertrages erhobenen, Statistikinformationen über

  • Eisenerze und Eisenerzgruben (vormals EGKS-Fragebogen 1-10, 1-10A, 1-20)
  • Belegschaft (vormals EGKS-Fragebogen 2-31, 2-34)
  • Arbeitsstunden (vormals EGKS-Fragebogen 2-32)
  • Zugänge (vormals EGKS-Fragebogen 2-51, 2-53, 2-54, 2-55, 2-56,)
  • Lieferungen und Auftragseingänge (vormals EGKS-Fragebogen 2-72, 2-73, 2-74A, 2-79, 2-80, 2-81)
  • Stahlhändler (vormals EGKS-Fragebogen 3-70, 3-70A)
  • Schrotthändler (vormals EGKS-Fragebogen 4-50) sowie
  • Selbständige Stahlgießereien (vormals EGKS-Fragebogen 7-10, 7-10A)

wurden in Verfolg des Zieles der maximalen Entlastung der Meldepflichtigen ab dem Referenzjahr 2003 nicht mehr erhoben bzw. wurden zur Vermeidung von Doppelgleisigkeiten in adäquater, harmonisierter Form in andere statistische Projekte (z.B. Arbeitsstunden, Zahl der Beschäftigten und Auftragsvolumen im Rahmen der Konjunkturstatistik im Produzierenden Bereich) integriert. Ebenso wurde die Roheisen-, Rohstahlerzeugung, die Erzeugung von Flach- und Langstahlerzeugnissen (vormals EGKS-Fragebogen 2-10, 2-11, 2-13) sowie die Stahllieferung, Lieferung von Edelstählen, Verkäufe von Roheisen (vormals EGKS-Fragebogen 2-71, 2-74, 2-76, 2-79I) in den Anhang zur Verordnung (EWG) Nr. 3924/91 des Rates vom 19. Dezember 1991 zur Einführung einer Gemeinschaftserhebung über die Produktion, die so genannte jährlich mittels Kommissionsverordnung in Kraft zu setzende PRODCOM-Liste, übernommen.

Erhebungskonzept

Aufgrund des relativ kleinen, aber bedeutsamen Marktsegments musste die Erhebung in Form einer Vollerhebung geführt werden. Erhebungs- und meldepflichtige Einheiten waren alle Unternehmen, welche schwerpunktmäßig mit der Erzeugung von Roheisen, Stahl- und Ferrolegierungen (Gruppe 27.1 der ÖNACE 2003 bzw. Gruppe 24.1 der ÖNACE 2008) befasst sind. Obwohl aufgrund des geltenden Subsidiaritätsprinzips aus der EU-Verordnung keine unmittelbare Meldeverpflichtung ableitbar war, konnte durch die intensive und vorbildliche Kooperation zwischen den in diesen Wirtschaftszweigen tätigen Unternehmen und deren Betrieben, der Fachverbände Bergbau, Stahlwerke und NE-Metall, der Wirtschaftskammer Österreich und der Statistik Austria regelmäßig eine vollständige Erfassung dieser Informationen gewährleistet werden.

Datenquellen

Die einzige Quelle für die Eisen- und Stahlstatistik (Investitions- und Bilanzstatistik) war die durchgeführte Primärerhebung der Statistik Austria. Die primäre Datenquelle für die Investitions- und Bilanzstatistik bildeten betriebliche Aufzeichnungen der Unternehmen. Hier finden Sie den zuletzt verfügbaren Fragebogen (PDF; 515 KB) zur Eisen- und Stahlstatistik (Investitions- und Bilanzstatistik) aus dem Berichtsjahr 2009 zur Information.

Administrative oder sekundärstatistische Datenquellen kamen aufgrund der branchenspezifischen Variablen dieser Statistiken nicht zum Einsatz.

Erhebungs- und Darstellungsmerkmale

Eine Definition der Erhebungs- und Darstellungsmerkmale der Eisen- und Stahlstatistik (Investitions- und Bilanzstatistik) kann den Erläuterungen (PDF, 159 KB) entnommen werden.

Veröffentlichung der Ergebnisse

Gemäß der Veröffentlichungspflicht der Bundesanstalt Statistik Österreich werden die Ergebnisse einmal jährlich nach Abschluss der Erhebung in Entsprechung der geltenden datenschutzrechtlichen Bestimmungen auf unserer Internetseite „Daten über die Eisen- und Stahlindustrie“ dargestellt.