Häuserpreisindex

Der Häuserpreisindex bildet die Entwicklung der Kaufpreise von Wohnimmobilien in ganz Österreich ab. Grundlage der Erhebung sind die von Privathaushalten getätigten Käufe von neuen und bestehenden Häusern und Wohnungen. Neben dem Gesamtindex werden zwei getrennte Teilindizes erstellt: „Kauf von neuem Wohnraum“ und „Kauf von bestehendem Wohnraum“.

Der Häuserpreisindex ist ein Instrument zur Marktbeobachtung der Wohnimmobilienpreise und stellt somit einen wichtigen Indikator zur Abschätzung der Preisentwicklung dar.

Die Indizes werden für das Basisjahr 2010 und das Basisjahr 2015 berechnet.

Europäischer Zusammenhang

Der Immobilienpreisindex ist einer von elf wirtschaftlichen Indikatoren, die in der Macroeconomic Imbalance Procedure (MIP) als Frühwarnsystem in Form eines Scoreboards auf makroökonomische Ungleichgewichte hinweisen sollen. Zu diesem Zwecke wurde die EU-Verordnung Nr. 1176/2011 über die „Vermeidung und Korrektur übermäßiger makroökonomischer Ungleichgewichte“ am 16.11.2011 erlassen. Die Verordnung regelt, dass, wenn eine oder mehrere dieser Kennzahlen vorgegebene Schwellen überschreiten, die wirtschaftliche Lage eines Landes genauer untersucht wird, um ggf. Gegenmaßnahmen einleiten zu können.

Rechtsgrundlagen

Die Erstellung des Häuserpreisindex und des Index für selbst genutztes Wohneigentum ist rechtlich durch drei Verordnungen auf nationaler und internationaler Ebene gedeckt:

EU VO 2016/792

Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11.5.2016 über harmonisierte Verbraucherpreisindizes und den Häuserpreisindex.

Durchführungsverordnung (EU) 2020/1148

Durchführungsverordnung der Kommission vom 31.7.2020 zur Festlegung der methodischen und technischen Spezifikationen nach der Verordnung (EU) 2016/792 des Europäischen Parlaments und des Rates im Hinblick auf harmonisierte Verbraucherpreisindizes und den Häuserpreisindex

Nationale Verordnung

177. Verordnung der Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort und des Bundesministers für Finanzen über die Erstellung von Häuser- und Wohnungspreisindizes vom 01.07.2019.

Gewichtung und Berechnung

Die Grundlage der Gewichtung des Häuserpreisindex stellen die Eintragungen in das österreichische Grundbuch dar. Die Summe der Transaktionspreise für die jeweilige Region ist die Basis für die Gewichtung des Gesamtindex.

Die Indexberechnung erfolgt auf Grundlage der Laspeyresformel, bei der Preisveränderungen von ausgewählten Gütern des Warenkorbes mit festen Mengen eines Basisjahres gewichtet werden. Es wird ein Laspeyres-Kettenindex erstellt, bei dem jährlich die Gewichtung adaptiert wird. Regionen und Immobilientypen mit steigender Marktbedeutung können daher jahresaktuell in den Warenkorb aufgenommen und bei der Indexberechnung berücksichtigt werden.

HPI Messzahlen
HPI Veränderungsraten
Publikationstermine HPI 2021

Infografik Häuserpreisindex 2020


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