Landwirtschaftliche Gesamtrechnung

Landwirtschaftliche Gesamtrechnung (LGR): Österreichergebnisse 2020

Laut den Ergebnissen der zweiten Vorschätzung der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung (LGR), welche von STATISTIK AUSTRIA zu Jahresbeginn 2021 erstellt wurde, stieg das reale landwirtschaftliche Einkommen (gemessen als preisbereinigtes Faktoreinkommen je Arbeitskraft) im Jahr 2020 um 5,4%, nach einem Rückgang um 5,8% im Jahr zuvor. Der ermittelte Einkommensanstieg je Arbeitskraft resultierte aus einer Zunahme des im landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereich insgesamt erwirtschafteten Faktoreinkommens (nominell: +4,9%, real: +3,5%) in Verbindung mit einem weiteren Rückgang des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes (-1,8%). Maßgeblich für den Zuwachs des Faktoreinkommens gegenüber 2019 war vor allem der Anstieg des Produktionswerts des landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs.

Mit rund 7,7 Mrd. Euro lag der Gesamtproduktionswert der österreichischen Landwirtschaft voraussichtlich um 3,2% über dem Vorjahresniveau, vor allem dank des kräftigen Zuwachses des Werts der pflanzlichen Erzeugung (+7,6%). So erhöhte sich der Produktionswert mehrerer pflanzlicher Produktgruppen, u.a. von Getreide, Obst und Futterpflanzen. Deutliche Einbußen gab es hingegen im Kartoffelbau. Der Wert der tierischen Produktion war infolge der deutlichen Einbußen in der Rinderproduktion sowie gesunkener Erlöse in der Schweinehaltung rückläufig (-0,6%).

Die Aufwendungen der heimischen Landwirtschaft für Vorleistungen wurden auf rd. 4,5 Mrd. Euro geschätzt (+1,6%) und die Abschreibungen für das Anlagevermögen auf rd. 1,9 Mrd. Euro (+3,2%).

Die für die Ermittlung des landwirtschaftlichen Einkommens zu berücksichtigenden öffentlichen Gelder (laut LGR-Terminologie "Gütersubventionen" und "sonstige Subventionen") beliefen sich ersten vorläufigen Berechnungen zufolge auf rd. 1,5 Mrd. Euro (+0,3%).

Ausführlichere Informationen entnehmen Sie bitte dem Schnellbericht „Landwirtschaftliche Gesamtrechnung für Österreich 2020“ (PDF, 1 MB).

Methodische Hinweise zur LGR

Die Landwirtschaftliche Gesamtrechnung (LGR) wird gemäß der derzeit gültigen Methodik für die Landwirtschaftliche Gesamtrechnung in der Europäischen Union erstellt, welche in der Verordnung (EG) Nr. 138/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates idgF festgelegt ist. Letztere verpflichtet die EU-Mitgliedstaaten auch zur Erstellung von Vorschätzungen am Ende eines Berichtsjahres bzw. zu Beginn des Folgejahres.

Der gegenständlichen zweiten Vorschätzung für 2020 liegt die im Jänner 2021 verfügbare Datenbasis zugrunde, ergänzt durch Fortschreibungen und Schätzungen unter Einbindung einschlägiger Experten. Infolge der durch die Corona-Pandemie bedingten Verwerfungen auf den landwirtschaftlichen Absatz- und Beschaffungsmärkten sowie der zum Berechnungszeitpunkt noch unvollständigen Informationen zum Umfang der gewährten Corona-Unterstützungszahlungen sind die Vorschätzungen für 2020 jedoch mit einer erhöhten Unsicherheit behaftet.

Semi-definitive LGR-Daten für 2020 liegen im Juli 2021, definitive Ergebnisse im Juli 2022 vor. Da laufend aktuell verfügbare Ausgangsdaten in das Berechnungs-system eingearbeitet werden bzw. infolge von methodischen Weiterentwicklungen, können jedoch auch bereits fertiggestellte Berichtsjahre Revisionen unterworfen sein.

Weitere methodische Informationen sind auch in der entsprechenden Standarddokumentation verfügbar.

Regionale Landwirtschaftliche Gesamtrechnung (Regionale LGR): Bundesländerergebnisse 2019

Vom Gesamtproduktionswert der österreichischen Landwirtschaft stammen rd. drei Viertel aus den drei Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark. 2019 trug Niederösterreich 32%, Oberösterreich 24% und die Steiermark 19% zum heimischen Produktionswert des landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs bei. Jeweils 6% entfielen auf das Burgenland und Kärnten, je 5% auf Tirol und Salzburg. 2% stammten aus Vorarlberg und 1% aus Wien.

Die regionalen Schwerpunkte in der landwirtschaftlichen Erzeugung spiegeln sich in der unterschiedlichen Zusammensetzung des landwirtschaftlichen Gesamtproduktionswerts in den einzelnen Bundesländern wider. Während in Wien, Burgenland und Niederösterreich mehr als die Hälfte des Produktionswerts auf die pflanzliche Erzeugung entfällt, überwiegt in den anderen Bundesländern die tierische Erzeugung. Den nichtlandwirtschaftlichen Nebentätigkeiten kommt vor allem in Salzburg, Tirol und Vorarlberg eine überdurchschnittliche Bedeutung zu.

Die unterschiedlichen Produktionsschwerpunkte sind - neben weiteren Einflussfaktoren wie z.B. den verschiedenen Witterungsverläufen - die wesentlichsten Ursachen für regionale Divergenzen in der Entwicklung von Produktionswert und Wertschöpfung im landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereich. 2019 stieg der landwirtschaftliche Gesamtproduktionswert in sechs Bundesländern (Wien: +6,1%, Oberösterreich: +5,2%, Niederösterreich: +2,7%, Tirol: +2,2%, Salzburg: +1,6% und Kärnten +0,6%). Rückgänge waren in der Steiermark (-1,4%), Vorarlberg (-3,4%) und im Burgenland (-6,2%) zu verzeichnen.

Die Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen fiel in Wien, Oberösterreich und Salzburg höher als 2018 aus, während sie in den übrigen sechs Bundesländern sank.

Ausführlichere Informationen entnehmen Sie bitte dem Schnellbericht „Landwirtschaftliche Gesamtrechnung nach Bundesländern 2019“ (PDF, 2 MB).

Methodische Hinweise zur Regionalen LGR

In Ergänzung zur Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung (LGR) für Österreich, welche die wirtschaftliche Situation der Landwirtschaft auf nationaler Ebene abbildet, stellt die regionale LGR Daten über die ökonomische Lage in der Landwirtschaft auf Ebene der Bundesländer bereit. Sie zeigt regionale Disparitäten auf und liefert Informationen über den Beitrag der einzelnen Bundesländer zum Gesamtproduktionswert bzw. zur Wertschöpfung der heimischen Landwirtschaft.

Die Ergebnisse der regionalen LGR für ein bestimmtes Berichtsjahr werden jeweils im Oktober des Folgejahres veröffentlicht. Bei den gegenständlichen Daten für 2019 handelt es sich um vorläufige Ergebnisse, welche mit dem Stand der nationalen LGR vom Juli 2020 konsistent sind.

Da die regionalen Daten im Unterschied zur nationalen LGR nicht mehrmals jährlich aktualisiert werden, kann es gegebenenfalls zu Abweichungen gegenüber den aktuellen LGR-Ergebnissen auf Bundesebene kommen.

LGR: Ergebnisse im Überblick
LGR: Produktionskonto
LGR: Einkommensentstehungskonto
LGR: Unternehmensgewinnkonto
LGR: Vermögensbildungskonto
LGR: Landwirtschaftlicher Arbeitseinsatz
Regionale LGR: Zusammensetzung des Produktionswerts des Wirtschaftsbereichs Landwirtschaft zu Herstellungspreisen im Jahr 2019
Regionale LGR: Ergebnisse im Überblick
Regionale LGR: Produktionswert, Vorleistungen und Bruttowertschöpfung des Wirtschaftsbereichs Landwirtschaft nach Bundesländern im Jahr 2019

Zusammensetzung des Produktionswerts des  landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs im Jahr 2020
Entwicklung des landwirtschaftlichen Faktoreinkommens und Arbeitseinsatzes 2000 bis 2020
Produktionswert, Vorleistungen und Bruttowertschöpfung des landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs 2000 bis 2020
Regionale LGR: Anteile der Bundesländer am Produktionswert des Wirtschaftsbereichs Landwirtschaft zu Herstellungspreisen im Jahr 2019

Produktionswerte des Wirtschaftsbereichs Landwirtschaft zu Herstellungspreisen 2019: Grobstruktur nach Bundesländern
Produktionswerte der Tierhaltung zu Herstellungspreisen 2019 nach Bundesländern

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Landwirtschaftliche Gesamtrechnung für Österreich 2. Vorausschätzung für 2020

Erscheinungsdatum: 2/2021

 
 

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Landwirtschaftliche Gesamtrechnung nach Bundesländern 2019

Erscheinungsdatum: 10/2020

 
 

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Statistik der Landwirtschaft 2019

Erscheinungsdatum: 11/2020

 
 

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Statistik der Landwirtschaft 2018

Erscheinungsdatum: 10/2019

 
 

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Statistik der Landwirtschaft 2017

Erscheinungsdatum: 09/2018

 
 

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