Nettomonatseinkommen

Im Jahr 2019 verdienten unselbständig Beschäftigte, wenn Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigte zusammen betrachtet werden, im Mittel (Median) 2.105 Euro netto im Monat (inkl. anteiligem Urlaubs- und Weihnachtsgeld). Die Einkommen der Männer (2.408 Euro) waren um 39% (Differenz als Anteil an den Fraueneinkommen) höher als jene der Frauen (1.738 Euro). Die zehn Prozent der unselbständig Beschäftigten mit den höchsten Einkommen (Median des 10. Dezils: 4.669 Euro) verdienten monatlich rund achtmal so viel wie das ärmste Einkommenszehntel (Median des 1. Dezils: 558 Euro).

Die unterschiedliche Einkommensposition von Männern und Frauen spiegelt sich auch in deren Verteilung über die Einkommensklassen – unterteilt in jeweils zehn gleich große Personengruppen (Dezile) – wider. Rund ein Drittel der unselbständig erwerbstätigen Männer (35,5%), aber zwei Drittel (66,2%) der unselbständig erwerbstätigen Frauen, befand sich in der unteren Einkommenshälfte. In den ersten vier Dezilen waren Frauen deutlich überrepräsentiert. Ab dem fünften Dezil überwog der Männeranteil zunehmend. Zum reichsten Zehntel der Einkommensbezieher und -bezieherinnen, die ein Einkommen von über 3.761 Euro erzielten, zählten 15,0% der Männer, aber nur 4,5% der Frauen. Umgekehrt stellte sich die geschlechtsspezifische Verteilung beim einkommensschwächsten Dezil (Einkommen unter 888 Euro) dar: Hier fanden sich 14,4% der Frauen, aber nur 6,1% der Männer. In der fünften Einkommensgruppe (5. Dezil) waren es noch 10,7% der Männer und 9,2% der Frauen.

Das mittlere Einkommen der unselbständig Erwerbstätigen, die vollzeitbeschäftigt (insgesamt: 2.379 Euro) waren, entsprach rund dem doppelten der Teilzeitbeschäftigten (1.290 Euro). Gut zwei Drittel der vollzeitbeschäftigten Männer (69,4%) zählten zur oberen Einkommenshälfte, unter den Frauen war es hingegen nur jede zweite (53,4%, insgesamt: 64,0%). Auch wenn nur die Vollzeitbeschäftigten betrachtet werden, steigt mit der Höhe des Einkommens der Anteil der Männer in den Einkommensgruppen: Im obersten Dezil befanden sich 16,3% der Männer, aber nur 8,1% der Frauen zählten zur Spitze der Einkommensbezieher und -bezieherinnen. Gut die Hälfte der Teilzeitbeschäftigten (52,8%) befand sich in den ersten zwei Dezilen (Einkommen unter 1.330 Euro) und 86,1% erzielten ein Einkommen unterhalb des Medianeinkommens.

Wird nach den Bildungsabschlüssen der unselbständig Beschäftigten (Vollzeit und Teilzeit zusammen) differenziert, so zeigt sich die größte Einkommensspanne erwartungsgemäß zwischen Beschäftigten mit höchstens Pflichtschulabschluss (1.420 Euro) und jenen mit einem Universitätsabschluss, deren monatliches Nettoeinkommen mit 2.737 Euro fast doppelt so hoch war. Die Einkommen (Median) von Beschäftigten mit Lehre (2.116 Euro), dem Abschluss einer BMS (2.067 Euro) oder einer höheren Schule (2.102 Euro) lagen vergleichsweise nahe beieinander. Wobei Personen mit Lehrabschluss oder einem abgeschlossenen Hochschulstudium deutlich niedrigere Teilzeitquoten aufweisen als Personen der übrigen Bildungskategorien. Wird die Verteilung der Einkommen entlang von Bildungsabschlüssen betrachtet, so waren Erwerbstätige mit universitärem Bildungsabschluss am oberen Ende (53,1% in den oberen drei Dezilen) und Personen mit höchstens Pflichtschulabschluss verstärkt am unteren Ende (61,1% in den drei untersten Dezilen) der Einkommensskala zu finden. Personen mit Lehre als höchster abgeschlossener Schulbildung waren hingegen auf die mittleren Einkommensbereiche konzentriert und an den Rändern der Einkommensverteilung unterrepräsentiert. Eine vergleichsweise gleichmäßige Verteilung über die Einkommensgruppen zeigt sich bei Beschäftigten mit BMS-Abschluss wie auch bei Maturanten und Maturantinnen, wobei diese im obersten und untersten Dezil etwas stärker vertreten waren.

Beamte und Vertragsbedienstete wiesen, wenn nach der beruflichen Stellung unterschieden wird, deutlich die höchsten Nettomonatseinkommen (2.788 Euro) auf. Ihr Einkommen lag rund ein Drittel über dem Mittel aller unselbständig Beschäftigten, wobei es zu beachten gilt, dass öffentlich Bedienstete durch eine deutlich höhere Altersstruktur charakterisiert sind, die niedrigste Teilzeitquote und die höchste Akademiker- und Akademikerinnenquote aufweisen. Die mittleren Einkommen von Angestellten (2.180 Euro) lagen über dem Medianeinkommen aller unselbständig Beschäftigten (2.105 Euro); jene von Arbeitern und Arbeiterinnen (1.928 Euro) darunter. Die größten geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede – Einkommensdifferenz gemessen als Anteil an den Einkommen der Männer – fanden sich zwischen Arbeitern und Arbeiterinnen (38,2%) sowie zwischen Angestellten (34,3%), die niedrigsten bei Personen in Lehrausbildung (9,5%) und öffentlich Bediensteten (18,1%).

Unterschieden nach Wirtschaftsbereichen, wurden die höchsten mittleren Einkommen in Industrie und Gewerbe erzielt (2.336 Euro), gefolgt vom Dienstleistungsbereich (1.989 Euro) und der Landwirtschaft (1.446 Euro). Gut drei Viertel (75,5%) der in der Landwirtschaft beschäftigten, befanden sind in der unteren Einkommenshälfte. Auch im Dienstleistungsbereich, erzielte gut die Hälfte (54,6%) der Beschäftigten Einkommen unterhalb des Medianeinkommens, lediglich bei den Beschäftigten des sekundären Sektors lagen die Einkommen überwiegend (62,7%) darüber.

Hinweis: Ab dem Berichtsjahr 2009 werden im Rahmen der Arbeitskräfteerhebung, basierend auf der Verordnung (EG) Nr. 377/2008 der Europäischen Kommission, die monatlichen Nettoeinkommen der unselbständig Erwerbstätigen erfasst.   
Das Nettomonatseinkommen umfasst das Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit in der Haupttätigkeit inklusive dem anteiligen Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Ebenfalls enthalten sind Abgeltungen regulärer Mehrarbeit (Überstunden und Mehrstunden) sowie Boni und Vergütungen (Schichtzulagen, Dienstalterszulagen, regelmäßige Fahrtkostenzuschüsse, Tagesspesensätze, Trinkgeld und Provisionszahlungen sowie Verpflegungsvergütungen u.ä.). Nicht enthalten sind – da es sich um das Nettoeinkommen handelt – Steuer- und Sozialversicherungsbeiträge sowie direkte und der überwiegende Teil der indirekten Transferleistungen (z.B. Kinderbeihilfe, Pflegegeld, Wohnzuschüsse, Kinderabsetzbetrag, Alleinverdiener- und oder Alleinerzieherabsetzbetrag). Veränderungen der Einkommenshöhe durch Rückvergütungen im Rahmen des Lohnsteuerausgleichs werden nicht berücksichtigt. Die Einkommen von Personen mit freiem Dienstvertrag und von Personen in Elternkarenz werden nicht ausgewiesen.   
Datengrundlage für die Berechnung des Nettomonatseinkommens bilden die Lohnsteuerstatistik sowie die Daten des Dachverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger. Nach Vorliegen dieser Informationen werden die administrativen Daten auf Personenebene mit den Befragungsdaten der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung zusammengeführt und 12 Monate nach Ende des Referenzjahres veröffentlicht. Wo eine Zusammenführung nicht möglich ist, etwa bei Personen, die ihren Arbeitsort nicht in Österreich haben, kommt es zur Imputation der Einkommensinformationen. Darüber hinaus werden die niedrigsten 0,4% und die höchsten 0,1% der Einkommen als unplausibel eingestuft und durch imputierte Werte ersetzt. Die höchsten 1% der Einkommen werden aus Datenschutzgründen durch den Median des obersten Perzentils ersetzt.

Ergebnisse im Überblick: Nettomonatseinkommen unselbständig Erwerbstätiger
Nettomonatseinkommen unselbständig Erwerbstätiger nach sozioökonomischen Merkmalen - Jahresdurchschnitt 2019
Unselbständig Erwerstätige nach Nettomonatseinkommen, Geschlecht und sozioökonomischen Merkmalen - Absolutwerte Jahresdurchschnitt 2019
Unselbständig Erwerstätige nach Nettomonatseinkommen, Geschlecht und sozioökonomischen Merkmalen - Prozentwerte Jahresdurchschnitt 2019
Nettomonatseinkommen unselbständig Erwerbstätiger nach Bundesland und Geschlecht - Jahresdurchschnitt 2019


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