Arbeitskostenindex

Der arbeitstägig bereinigte Arbeitskostenindex (AKI) der gesamten erfassten Wirtschaft (Abschnitte B-S der ÖNACE 2008) ging im ersten Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahresquartal vorläufig um -2,3% zurück. Diese Reduktion setzt sich zusammen aus dem Rückgang der Bruttolöhne und –gehälter um -3,1% und dem Anstieg der indirekten Arbeitskosten um 0,3%, jeweils je geleistete Arbeitsstunde. Im vierten Quartal 2020 ist der AKI vorläufig um 10,1% gestiegen.

Hinweis: Seit März 2020 gibt es bedingt durch die Corona-Pandemie entsprechende Reaktionen am Arbeitsmarkt wie Betriebsschließungen, Kurzarbeit, Empfehlungen zu Überstunden- und Urlaubsabbau, Quarantäne und ähnliches. Solche Reaktionen und die staatliche Kurzarbeitsunterstützung führen teilweise zu starken Bewegungen bei den Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde. Die Kurzarbeitsunterstützung (zur Reduktion der Arbeitskosten) kann teilweise erst verzögert mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) bearbeitet und ausbezahlt werden. Das AMS stellt diese Daten monatlich zur Verfügung und sie beinhalten teilweise auch Unterstützungen die mehrere Monate zurückliegen, daher sind die Indexwerte vom aktuellen und vom Vorquartal (erstes Quartal 2021 und viertes Quartal 2020) als vorläufig anzusehen.

Produzierender Bereich -2,4% (Abschnitte B-F der ÖNACE 2008)

In den meisten Abschnitten im Produzierenden Bereich sind die Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde, relativ zum Vorjahresquartal, zurückgegangen. Der einzige Anstieg war im Abschnitt „Wasserversorgung und Abfallentsorgung“ (E) mit 0,3% zu verzeichnen (Löhne und Gehälter +0,0%, indirekte Arbeitskosten +1,1%). Im Abschnitt mit den meisten Beschäftigten, „Herstellung von Waren“ (C), wurde eine Reduktion der Arbeitskosten von -1,2% verzeichnet. In allen weiteren Abschnitten wurden noch stärkere Rückgänge verzeichnet: „Bergbau“ (B) -1,9%, „Energieversorgung“ (D) -4,5% und im „Bau“ (F) mit -6,0%.

Index ohne Prämien

Der arbeitstägig bereinigte Index ohne Prämien reduzierte sich im Produzierenden Bereich, relativ zum Vorjahresquartal, um -1,8% und ist somit weniger zurückgegangen als der Index inklusive Prämien (-2,4%).

Info: Prämien sind definiert als Entlohnungen, welche nicht mit jeder Lohn- oder Gehaltsperiode bezahlt werden (z.B. 13. und 14. Monatsgehalt, Sonderzahlung für langjährige Unternehmenszugehörigkeit) sowie freiwillige Abfertigungen (z.B. Golden Handshake).

Dienstleistungsbereich -2,3% (Abschnitte G-S der ÖNACE 2008)

Abschnitte G-N der ÖNACE 2008 -2,2%

Im Abschnitt mit den meisten Unternehmen und Beschäftigten, „Handel“ (G), ist der vorläufige Arbeitskostenindex, verglichen mit dem Vorjahresquartal, um 0,3% angestiegen (Löhne und Gehälter -0,4% und indirekte Arbeitskosten +2,7%). Die stärkste Bewegung im Dienstleistungsbereich war im Bereich „Beherbergung und Gastronomie“ (I) mit einem Rückgang von -30,4% messbar. Dieser starke Rückgang war vorrangig bedingt durch eine umfangreiche Kurzarbeitsunterstützung an viele Arbeitgeber in diesem Abschnitt. Auch in anderen Dienstleistungsbranchen bewirkte die staatliche Unterstützung eine Erleichterung bei den Arbeitskosten, wie bei den „Sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ (N) mit -5,8% und im „Verkehr“ (H) mit -1,6%. Im Abschnitt „Grundstücks- und Wohnungswesen“ (L) wurde der stärkste Zuwachs im Dienstleistungsbereich mit 9,6% erfasst.

Abschnitte O-S der ÖNACE 2008 -2,6%

Der arbeitstägig bereinigte Index der Abschnitte O-S verminderte sich relativ zum Vorjahresquartal um -2,6% (Bruttolöhne und –gehälter -1,9%, indirekte Arbeitskosten -4,7%, jeweils je geleistete Arbeitsstunde).

Info: Die Veränderungsraten des aktuellen und des vorherigen Quartals sind vorläufig und können mit der Publikation des nachfolgenden Quartals revidiert werden. Zusätzlich werden jeweils im dritten Quartal die Indexwerte bis zum ersten Quartal des Vorjahres auf Grund der Verfügbarkeit endgültiger Daten revidiert.

Hinweis: Die Abschnitte H bis N und P bis S weisen aktuell keinen signifikanten arbeitstägigen Effekt auf, folglich sind bis zur möglichen Bereinigung der betreffenden Abschnitte die unbereinigten und die arbeitstägig bereinigten Reihen ident.

Info: Die Berechnung des Arbeitskostenindex beruht neben Administrativdaten auch auf statistischen Erhebungen, daher unterliegen die Indexwerte einer gewissen Zufallsschwankung. Diese ist im Dienstleistungsbereich vorrangig durch die Schwankungsbreite der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden aus der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung bestimmt.

Eurostat veröffentlicht die Ergebnisse des Arbeitskostenindex aller EU-Mitgliedstaaten und von anderen teilnehmenden Ländern (aktuell Norwegen und Türkei) in einer öffentlich zugänglichen Datenbank („Arbeitskosten“ > „Arbeitskostenindex“ > „Indizes von Arbeitskosten nach NACE Rev. 2 Tätigkeit - nominaler Wert, Vierteljährliche Daten (lc_lci_r2_q)“)

Ergebnisse im Überblick: Arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex der gesamten Wirtschaft (Abschnitte B-S der ÖNACE 2008)
Unbereinigter, arbeitstägig und saisonal und arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex der gesamten Wirtschaft (Zusammenfassung B-S der ÖNACE 2008)
Unbereinigter Arbeitskostenindex für den Produzierenden Bereich und Dienstleistungsbereich nach Abschnitten der ÖNACE 2008
Arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex für den Produzierenden Bereich und Dienstleistungsbereich nach Abschnitten der ÖNACE 2008
Saisonal und arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex für den Produzierenden Bereich und Dienstleistungsbereich nach Abschnitten der ÖNACE 2008
Unbereinigter, arbeitstägig und saisonal und arbeitstägig bereinigter Arbeitskostenindex der Zusammenfassung O-S der ÖNACE 2008
Arbeitskostenindex insgesamt ohne Prämien für den Produzierenden Bereich nach Abschnitten der ÖNACE 2008


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