Krankenstände

Die Statistik der Krankenstände wird vom Dachverband der Sozialversicherungsträger geführt. Sie umfasst alle im Berichtsjahr abgeschlossenen, mit Arbeitsunfähigkeit verbundenen ärztlich bestätigten Krankenstandsfälle (ohne normal verlaufene Entbindungen). Der erfasste Personenkreis schließt alle Angestellten, Arbeiterinnen und Arbeiter (nicht pragmatisierte Bedienstete) mit ein. Die Zahl der Krankenstandstage beinhaltet alle Kalendertage einschließlich Wochenenden.

Für das Jahr 2020 sind insgesamt 3,696 Mio. Krankenstandsfälle dokumentiert, das sind um 1.038.378 Fälle bzw. 21,9% weniger als im Vorjahr – vor Ausbruch der COVID-19-Pandemie waren es 4.735 Mio. 1,928 Mio. Krankenstandsfälle wurden für Männer (-22,5% im Vergleich zum Vorjahr) und 1.768 Mio. für Frauen (-21,3%) gemeldet. Unter Berücksichtigung des Beschäftigungsrückgangs von 2019 auf 2020 ergibt sich immer noch eine Reduktion der Fälle um insgesamt 20,2%: Die Zahl der Krankenstände je 1.000 Erwerbstätige (Arbeiter/-innen und Angestellte) sank von 1.366,5 auf 1.089,9 (die unselbständige Beschäftigung ging im gleichen Zeitraum um 2,1% zurück).

Am größten ist dieser Rückgang bei den Atemwegserkrankungen (-29,8%) und den Infektionskrankheiten (-27,4%). Erstere sind für die meisten Krankenstände verantwortlich (32,2% der Fälle im Jahr 2020 und 36,5% der Fälle im Jahr 2019). Je rund 15% der Krankenstände sind durch Krankheiten des Bewegungsapparats und durch Infektionskrankheiten bedingt. Auf die Kategorie „Andere Diagnosen“, die auch COVID-19 inkludiert, entfielen 2,0% aller Krankenstände; in dieser Gruppe wurden 75.159 Krankenstandsfälle erfasst. Das ist mehr als das Dreifache des Wertes im Jahr vor Beginn der COVID-Pandemie (2019: 23.562) und entspricht 22,2 Fälle pro 1.000 Erwerbstätige (2019: 6,8 Fälle). Die Dauer dieser Krankenstände ging im Vergleich zum Vorjahr um 39,1% auf 8,4 Tage zurück.

Was einzelne Branchen anbelangt sank die Zahl der Krankenstandsfälle im Beherbergungs- und Gastronomiewesen und in den Wirtschaftsabschnitten „Information und Kommunikation“ sowie „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ am stärksten (-35,2%, -32,2%, -35,9%). Darunter war das Gastgewerbe mit dem am Abstand stärksten Beschäftigungseinbruch konfrontiert (-19,2% der unselbständigen Beschäftigung), während der IT-Bereich im Branchenvergleich den größten Beschäftigungszuwachs verzeichnen konnte (+3,9%).

Im Schnitt betrug die durchschnittliche Zahl an Krankenstandstagen pro erwerbstätiger Person im Jahr 2020 12,7. Im Vergleich zum Jahr vor dem Ausbruch der Pandemie entspricht das einem Minus von 4,5% (2019: 13,3 Tage). Dass dieser relative Rückgang wesentlich geringer ausfällt als jener der Krankenstandsfälle (der -21,9% beträgt), erklärt sich aus einem deutlichen Zuwachs der durchschnittlichen Krankenstandsdauer: War ein Krankenstand im Jahr 2019 im Mittel noch 9,7 Tage lang, dauerte er im Jahr 2020 um zwei Tage länger (11,7 Tage, +20,6%).

Weitere Daten zu Krankenständen finden Sie auf der Homepage des Dachverbandes der Sozialversicherungsträger.

Ergebnisse im Überblick: Krankenstandsfälle, -dauer und -tage seit 1965 nach Geschlecht
Krankenstandsfälle, -dauer und -tage 2020 nach Geschlecht und Diagnose
Krankenstandsfälle, -dauer und -tage 2020 nach Geschlecht, Alter und Wirtschaftsabschnitt
Krankenstandsfälle seit 1990 nach Diagnose

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