Haushaltsprognosen

Überproportional starker Anstieg der Einpersonenhaushalte

Die Gesamtzahl der Privathaushalte wird künftig in allen Bundesländern wachsen, allerdings unterschiedlich stark und zum Teil nicht über den gesamten Prognosezeitraum bis 2080. Über dem Bundesdurchschnitt (+14,9%) liegt die mittelfristige Zunahme bis 2030 in vier Bundesländern: Das stärkste Wachstum ist in Vorarlberg zu erwarten (+19,2%), gefolgt von der Bundeshauptstadt Wien (+18,5%), Tirol (+17,8%) und Oberösterreich (+15,3%). Die übrigen fünf Bundesländer haben hingegen mit unterdurchschnittlichen Zuwachsraten zu rechnen. In Kärnten wird die Zahl der Privathaushalte im Jahr 2030 bloß um 6,9% größer sein als 2011. Nicht ganz so schwach ist die Zunahme in der Steiermark mit 9,8%. Im Burgenland wird die Zahl der Privathaushalte 2030 um 13,5% höher sein als 2011 und in Salzburg und Niederösterreich schließlich um 14,8%.

Im darauffolgenden Projektionszeitraum bis zum Jahr 2080 verschiebt sich das Bild leicht. Insbesondere werden die Haushaltszahlen dann nicht mehr in allen Bundesländern über die gesamte Periode zunehmen. In Kärnten sinken die Haushaltszahlen im Zeitraum 2042 bis 2069 und in der Steiermark von 2050 bis 2064. Dies ist eine unmittelbare Folge der langfristigen Bevölkerungsentwicklung in diesen Bundesländern: So wird die Bevölkerungszahl in Kärnten in naher Zukunft wieder sinken. Im Jahr 2080 wird die Zahl der Privathaushalte schließlich in allen Bundesländern höher sein als 2011; die Spannweite reicht von +36,7% (Wien) bis +3,9% (Kärnten).

Einpersonenhaushalte

Differenziert nach Ein- und Mehrpersonenhaushalten wird auch in Zukunft die Zahl der allein lebenden Menschen überdurchschnittlich stark steigen. 2030 wird die Zahl der Einpersonenhaushalte österreichweit mit 1,65 Mio. um 24,6% größer sein als mit 1,32 Mio. im Basisjahr 2011. Dies hängt in erster Linie nicht nur mit einer fortschreitenden Individualisierung und den zunehmenden Trennungshäufigkeiten von Paaren zusammen. Hauptverantwortlich für diese Entwicklung sind die Alterung der Bevölkerung und damit zusammenhängend ein starker Anstieg der nach dem Tod des Partners oder der Partnerin, aber auch nach einer Scheidung alleinlebenden Menschen.

In Vorarlberg steigt die Zahl der Einpersonenhaushalte gegenüber der Registerzählung 2011 bis 2030 um 36,4%. Auch in den Bundesländern Tirol (+32,2%), Salzburg (+28,4%), Burgenland (+28,0%), Niederösterreich (+27,4%) und Oberösterreich (+27,1%) wird die Zahl der Alleinlebenden bis 2030 aufgrund der erwarteten Veränderungen in der Altersstruktur im Bundesvergleich überdurchschnittlich stark steigen. Unter dem Bundesschnitt von +24,6% liegen Kärnten (+21,4%), die Steiermark (+20,2%) sowie die Bundeshauptstadt Wien (+19,8%), die infolge des demographischen Einflusses den schwächsten Zuwachs an Einpersonenhaushalten aller Bundesländer zu verzeichnen haben wird.

Rund um das Jahr 2050 wird die Zahl der Einpersonenhaushalte in den meisten Bundesländern stagnieren bzw. wiederum leicht sinken. Danach ist in allen Bundesländern außer Kärnten mit einer weiteren Zunahme der „Singlehaushalte“ zu rechnen. Österreichweit steigt die Zahl bis 2080 gegenüber dem Basisjahr 2011 um 48,6% auf 1,97 Mio. an. In Vorarlberg hingegen wird sie dann um mehr als zwei Drittel (+67,8%) höher sein als 2011, in Kärnten (+25,7%) jedoch nur um ein Viertel.

Mehrpersonenhaushalte

Die Zahl der Mehrpersonenhaushalte wird bundesweit über den gesamten Projektionszeitraum bis 2080 zunehmen; dies gilt abermals nicht in allen Bundesländern. Bei der Registerzählung 2011 wurden in Österreich 2,33 Mio. Mehrpersonenhaushalte ermittelt, 2019 waren es 2,45 Mio. Im Jahr 2030 werden es gemäß der vorliegenden Modellrechnung 2,54 Mio. Einheiten sein (+9,4%), 2080 schließlich 2,69 Mio. (+15,8%).

Die Bundeshauptstadt Wien sowie Tirol und Vorarlberg im Westen Österreichs werden gemäß der Neudurchrechnung bis 2030 die stärksten Zuwächse an Mehrpersonenhaushalten und über dem Bundesdurchschnitt liegende Zuwachsraten verzeichnen. Die Rangliste wird von Wien (+17,4%) angeführt, mit Abstand gefolgt von Vorarlberg (+11,2%) und Tirol (+10,4%). In allen anderen Bundesländern liegt der Anstieg unter dem Bundesschnitt, in Kärnten (-1,1%) ist sogar ein leichter Rückgang zu erwarten. In der Steiermark wird der Zuwachs an Mehrpersonenhaushalten bis 2030 gegenüber dem Basisjahr 2011 4,4% betragen, in Salzburg 7,5%, im Burgenland 7,4%, in Niederösterreich 8,7% und in Oberösterreich schließlich 9,2%.

Bis 2080 wird das stärkste Wachstum an Mehrpersonenhaushalten weiterhin Wien (+30,0%) erleben, gefolgt von Niederösterreich (+20,3%), dem Burgenland (+16,3%) und Vorarlberg (+16,2%). Unter dem Bundesschnitt von +15,8% liegen Oberösterreich (+15,6%), Tirol (+15,1%), Salzburg (+9,8%) und die Steiermark (+4,6%). In Kärnten sinkt die Zahl der Mehrpersonenhaushalte gegenüber 2011 langfristig bis 2080 um 8,2%.

Kleinräumige Entwicklung der Haushalte (Prognose aus 2017)

Diese Prognose wurde von Statistik Austria im Auftrag der Österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK) erstellt. Auch auf kleinräumiger Ebene zeigt sich: Die Zahl der Privathaushalte wird in den kommen-den Jahrzehnten fast überall in Österreich wachsen. Die wenigen Prognoseregionen mit sinkenden Haushaltszahlen sind einige periphere Regionen mit hoher Abwanderung und dadurch bedingt auch zusätzlicher starker Alterung, aber auch die Wiener Gemeindebezirke Innere Stadt und Hietzing. Insgesamt sind es sieben Prognoseregionen, in denen es nach der aktuellen Vorausschätzung 2030 weniger Privathaushalte geben wird als 2014.

In jenen Regionen hingegen, in denen die Bevölkerungszahl künftig noch stark zunehmen wird, wird auch die Zahl der Haushalte weiterhin stark wachsen. Die stärksten Anstiege sind nahezu ausschließlich im näheren sowie etwas weiter entfernteren Umland der großen Städte (Wien, Graz, Linz) zu erwarten, aber auch in einigen Regionen der Bundesländer Vorarlberg und Tirol.

Ergebnisse im Überblick: Haushaltsprognose
Haushaltsrepräsentantenquoten nach Alter, Geschlecht und Bundesländern 2011 (in Prozent)
Privathaushalte 2011-2080 nach Bundesländern
Haushalte 2011-2080 nach Größe und Bundesländern
Repräsentanten von Ein- und Mehrpersonenhaushalten 2011-2080 nach Alter und Geschlecht
Bevölkerung Österreichs 2011-2080 nach Haushaltsgröße
Ausführliche Tabellen zur kleinräumigen Haushaltsprognose 2014 bis 2030 (Trendvariante)

Alters- und geschlechtsspezifische Haushaltsrepräsentantenquoten 1971-2011
Entwicklung der Haushalte insgesamt 2011 bis 2080 nach Bundesländern
Entwicklung der Haushalte nach der Größe 1971 bis 2080
Entwicklung der Haushalte nach der Größe 2011 bis 2080



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