Unfälle mit Personenschaden

Weniger Tote und Verletzte bei Straßenverkehrsunfällen 2020; nicht angepasste Geschwindigkeit Unfallursache Nummer eins bei tödlichen Unfällen

Aufgrund des geringeren Verkehrsaufkommens während der coronabedingten Lockdowns von März bis Mai sowie im November und Dezember 2020 gingen die Straßenverkehrsunfälle mit Personenschaden in Österreich deutlich zurück: 38.074 Personen verunglückten laut Statistik Austria bei Straßenverkehrsunfällen im Jahr 2020. Das sind 16% bzw. 7.482 Personen weniger als 2019 (45.556 Personen).

"Im Corona-Jahr 2020 sind jeden Tag im Durchschnitt 21 Menschen weniger auf Österreichs Straßen verletzt oder getötet worden als 2019. Von den insgesamt 38.074 im Straßenverkehr Verunglückten haben 344 ihr Leben verloren, in den Jahren davor lag die Zahl der Verkehrstoten jeweils über 400. Deutlich gestiegen ist allerdings die Anzahl der verunglückten Radfahrerinnen und Radfahrer", so Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Lockdowns beeinflussten das Unfallgeschehen maßgeblich

Die Zahl der Verunglückten sank insbesondere während der "harten" Lockdowns deutlich: So ging zwischen 16. März und 26. April 2020 die Zahl der Verletzten und Getöteten im Vergleich zum Durchschnittswert des gleichen Zeitraums der vergangenen drei Jahre um 61% zurück, zwischen 16. November und 6. Dezember 2020 verringerte sich die Zahl der Verunglückten um 47%. Auch während der Lockdowns "light" reduzierte sich – sowohl im April/Mai als auch im November/Dezember – die Zahl der verunglückten Personen deutlich, nämlich um etwa 30% (27.4.-31.5.: -32%; 2.11.-15.11.: -29%, 7.12.-27.12.: -28%). Im Gegensatz dazu kam es im August und September 2020 (Kalenderwochen 32 bis 39) mit einem Plus von 6% zu einem Anstieg der Verletzten und Getöteten im Vergleich zum Durchschnittswert der Jahre 2017 bis 2019 (siehe Grafik).

Nicht angepasste Geschwindigkeit war Hauptunfallursache bei tödlichen Unfällen 2020

Insgesamt wurden im Jahr 2020 344 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen getötet. Die Zahl der Verkehrstoten verringerte sich damit um 17% gegenüber dem Vorjahr und lag erstmals deutlich unter 400. Trotz dieses Rückgangs starben mehr Personen aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit als in den Vorjahren. 110 Menschen kostete dies ihr Leben (2019: 103, 2018: 98 Personen). Das entspricht 32% aller tödlich verunglückten Personen, 2018 und 2019 waren es mit 24% bzw. 25% noch deutlich weniger. Zwischen 16. März und 31. Mai 2020 stieg der Anteil sogar auf 39% (Mittelwert 2017–2019: 25%), 23 Personen kamen während dieses Zeitraums aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit ums Leben.

Höchster Wert an Alleinunfällen seit 30 Jahren

139 Personen starben 2020 bei Alleinunfällen auf Österreichs Straßen. Das heißt bei 40% aller tödlich Verunglückten waren – außer eventuelle Mitfahrerinnen und Mitfahrer – keine weiteren Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer am Unfall beteiligt. Generell stieg auch der Anteil der Alleinunfälle 2020 an, nämlich um 5 Prozentpunkte auf einen Anteil von 36% an den Gesamtunfällen (2019: 31%) und erreichte damit den höchsten Wert seit knapp 30 Jahren. Während sich in diesem Zeitraum der Anteil der Pkw bei den Alleinunfällen von 62% auf 29% halbierte, verdreifachte sich der Anteil der Fahrräder von 11% auf 39%. Allein 2020 stieg der Anteil der Fahrradunfälle an den Alleinunfällen um 8 Prozentpunkte (2019: 31%). Damit sind die Fahrräder bei den Alleinunfällen erstmals die dominierende Verkehrsart.

Noch nie so viele verletzte Radfahrerinnen und Radfahrer wie 2020

Bei fast allen Verkehrsarten wurde 2020 ein Rückgang der verletzten oder getöteten Personen verzeichnet. So verunglückten 2020 durchschnittlich pro Tag 16 Pkw-Insassen und drei Fuß-gängerinnen und Fußgänger weniger als 2019. Während des ersten "harten" Lockdowns gab es sogar ein Minus von durchschnittlich 47 Pkw-Insassen und sieben Fußgängerinnen und Fußgänger pro Tag. Lediglich die Anzahl der verunglückten Radfahrerinnen und Radfahrer stieg im Jahr 2020, nämlich um 14%. Das entspricht pro Tag einem Plus von drei verunglückten Radfahrerinnen und Radfahrern. In den vergangenen knapp 30 Jahren verletzten sich nicht so viele Radfahrerinnen und -fahrer wie 2020.

Zeitreihen 2011 bis 2020 (weitere Tabellen finden Sie unter "Weitere Informationen" im Schnellbericht 2020)

Unfälle, Verletzte und Getötete nach Bundesländern
Unfälle mit alkoholisierten Beteiligten und dabei Verletzte und Getötete nach Bundesländern
Unfälle mit Kindern (0 bis 14 Jahre) und dabei verletzte und getötete Kinder nach Bundesländern
Verletzte und Getötete nach Verkehrsarten
Unfälle, Verletzte und Getötete nach Ortsgebiet, Freiland und Straßenarten

Straßenverkehrsunfälle 2019, Detailergebnisse: Tabellenteil der Publikation

Straßenverkehrsunfälle Publikation Tabellenteil 2019

Infografik Verkehrsunfälle 2020
01_Entwicklung des Unfallgeschehens 1961 bis 2020 - Unfälle und Verletzte
02_Entwicklung des Unfallgeschehens 1961 bis 2020 - Getötete


Schnellbericht Berichtsjahr 2020
Schnellbericht Berichtsjahr 2019
Schnellbericht Berichtsjahr 2018
Schnellbericht Berichtsjahr 2017
Schnellbericht Berichtsjahr 2016
Schnellbericht Berichtsjahr 2015
Schnellberichte Berichtsjahr 2014
Schnellberichte Berichtsjahr 2013
Schnellberichte Berichtsjahr 2012

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