Österreichs Wirtschaft wuchs 2019 um 1,6%

Im Jahr 2019 wuchs die österreichische Wirtschaft nach vorläufigen Berechnungen des Instituts für Wirtschaftsforschung im Auftrag von Statistik Austria real um 1,6%. Dieser Wert liegt damit deutlich unter Wachstumsraten der vergangenen Jahre (2017: +2,5%; 2018: +2,4%), was vor allem dem schwierigen internationalen Umfeld geschuldet ist. Im europäischen Vergleich übertraf das österreichische Wirtschaftswachstum im Jahr 2019 jenes in Deutschland (+0,6%) deutlich und lag etwa gleichauf mit jenem der Niederlande (+1,7%) (Quellen: Eurostat-Datenbank, Februar 2019).

Das österreichische Bruttoinlandsprodukt zu laufenden Preisen lag 2019 bei rund 398,5 Mrd. Euro (+3,3%), das entspricht einem Wert von etwa 44.900 Euro pro Einwohner.

Nachdem das reale Wachstum im Produzierenden Bereich in den drei Vorjahren deutlich über jenem des Dienstleistungsbereichs lag, blieb es im Jahr 2019 mit +1,5% erstmals seit 2016 hinter jenem des Dienstleistungsbereichs (+1,8%) zurück, wobei vor allem die Herstellung von Waren mit einem realem Zuwachs von 1,0% merklich an Dynamik verlor (2017: +4,7%; 2018: +5,1%). Die Energie- und Wasserversorgung, deren Anteil an der Bruttowertschöpfung im Vergleich zu den anderen Wirtschaftsbereichen allerdings gering ist, erzielte 2019 mit einem Plus von 3,1% das kräftigste reale Wachstum in diesem Sektor. Auch die Bauwirtschaft verzeichnete mit +2,5% ein stärkeres Plus.

Im Dienstleistungssektor bleibt das Wachstum im Verkehr (real +4,4%) erneut am kräftigsten, gefolgt von den Banken und Versicherung (real +3,5%) und der Information und Kommunikation (real + 3,1).  Die für Österreichs Wirtschaft wichtigste Dienstleistungsbranche - der Handel - legte 2019  real mit 1,0% schwächer zu als im Jahr davor (2018: +1,9%). Weiterhin gedämpft entwickelte sich die Wertschöpfung aus staatsnahen Dienstleistungen  (Öffentliche Verwaltung, Erziehung und Unterricht und das Gesundheits- und Sozialwesen) mit einem realen Wachstum von + 0,6% (2018: +0,7%).

Verwendungsseitig entwickelten sich die Bruttoinvestitionen (real +2,5%) weiterhin kräftiger als die Konsumausgaben (real +1,3%), wobei sich aber auch die Investitionstätigkeit weiter abschwächte (2017: real +4,5%; 2018: real +3,6%). Die Nachfrage nach Anlagegütern verzeichnete 2019 einen realen Anstieg von 2,9%, wozu insbesondere die Investitionen in Fahrzeuge  mit einem realen Wachstum von 7,8% beitrugen, während sich die Maschineninvestitionen mit real +1,7% deutlich schwächer entwickelten. Bei den Bauinvestitionen war ein realer Zuwachs um 2,4% zu beobachten.

Wie bereits in den Jahren davor stiegen die Konsumausgaben der privaten Haushalte (real +1,4%) auch 2019 stärker als die Konsumausgaben des Staates (real +0,9%), was insgesamt eine reale Steigerung der Konsumnachfrage um 1,3% bedeutete.

Die Steigerung der Exportnachfrage fiel mit real +2,7% deutlich geringer aus als in den Jahren davor (2017: +5,0%; 2018: +5,9%). Demgegenüber stand 2019 ein reales Plus von 2,8% bei den Importen, deren Entwicklung sich damit auch markant abschwächte (2017: +5,0%; 2018: +4,6%).

Der Außenbeitrag zu laufenden Preisen blieb im Berichtsjahr 2019 mit +14,2 Mrd. € nur knapp hinter dem historischen Höchststand des Vorjahres. Im Warenverkehr konnte erneut ein Plus erwirtschaftet werden, wenngleich der überwiegende Teil des positiven Außenbeitrags aus der stark positiven Dienstleistungsbilanz (+10,0 Mrd. Euro) resultierte, zu der wiederum der Reiseverkehrsüberschuss entscheidend beitrug (+8,3 Mrd. €).

Das nominelle Arbeitnehmerentgelt (die Summe aller Geld- und Sachleistungen von Arbeitgebern an Arbeitnehmer) nahm 2019 um 4,3% zu; Bruttobetriebsüberschuss und Selbständigeneinkommen verzeichneten einen Anstieg in der Höhe von 2,3%.

Die Beschäftigung aller unselbständig und selbständig Erwerbstätigen in Österreich stieg 2019 um 1,2% bzw. um rund 59.000 Beschäftigungsverhältnisse auf ein Rekordniveau von 4,81 Mio. Beschäftigungsverhältnissen an. Die durchschnittlich geleistete Arbeitszeit ging geringfügig um 0,2% zurück. Gegenüber dem Vorjahr ergab sich somit ein um 1,1% gestiegenes Arbeitsvolumen (=Summe der geleisteten Arbeitsstunden). Diese Entwicklung bei den Erwerbstätigen bedeutete für das Jahr 2018 ein leichtes Wachstum der Produktivität je geleisteter Arbeitsstunde um 0,5%. 

Der "BIP-Deflator" (impliziter Preisindex, errechnet aus nominellem und realem Bruttoinlandsprodukt auf Vorjahrespreisbasis) stieg um 1,7 %. Die Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen inländischen Preisauftriebs fiel damit etwas stärker aus als die Veränderungsrate des Verbraucherpreisindex (+1,5%).

Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung Hauptgrößen
Bruttoinlandsprodukt nach Wirtschaftssektoren, nominell
Bruttoinlandsprodukt nach Wirtschaftsbereichen, nominell
Bruttoinlandsprodukt nach Wirtschaftsbereichen, real
Verteilung des BIP, nominell
Verwendung des BIP, nominell
Verwendung des BIP, real
Konsumausgaben, nominell
Konsumausgaben, real
Privater Konsum, nominell
Privater Konsum, real
Bruttoinvestitionen, nominell
Bruttoinvestitionen, real
Erwerbstätigkeit nach ESVG-Konzepten
Arbeitnehmerentgelt

JahresdatenPreis in € *)Kostenloser Download

 
 

Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen 1995-2018, Hauptergebnisse

Erscheinungsdatum: 10/2019

 
 

34,00

 
 

(PDF, 3 MB)

 
 

Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen 1995-2017, Hauptergebnisse

Erscheinungsdatum: 10/2018

 
 

35,00

 
 

(PDF, 5 MB)

 
 

Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen 1995-2016, Hauptergebnisse

Erscheinungsdatum: 11/2017

 
 

34,00

 
 

(PDF, 4 MB)




Gerhard Hengst-Denner Tel. + 43 (1) 71128-7150

Ferdinand Leitner Tel. + 43 (1) 71128-7715


Guglgasse 13, 1110 Wien 
Tel.: +43 (1) 71128-7070 
FAX: +43 (1) 71128-7728 
info@statistik.gv.at 
Öffnungszeiten: Mo - Fr 9.00 - 16.00 Uhr