Öffentlicher Schuldenstand

Für die budgetäre Notifikation an die Europäische Kommission Ende September 2020 (Mitteilung von öffentlichem Defizit/Überschuss und öffentlichem Schuldenstand in Zusammenhang mit den Maastrichter Konvergenzkriterien) berechnete Statistik Austria die Daten für das Jahr 2019 gemäß den Kategorien des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 2010). Der öffentliche Schuldenstand belief sich Ende 2019 somit auf 280,3 Mrd. Euro bzw. 70,5% des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Damit liegt die Staatsverschuldung um 5,0 Mrd. Euro unter dem Vorjahreswert, die Schuldenquote (=Verhältnis der Staatsschulden zum BIP) verringerte sich gleichzeitig um 3,5 Prozentpunkte. Ohne die Sondereffekte des Bankenpakets würde die Schuldenquote ebenfalls sinken: Der Schuldenstand wäre von 71,9% des BIP im Jahr 2018 auf 69,1% des BIP im Jahr 2019 gesunken.

Da bei der Berechnung des öffentlichen Schuldenstandes die Forderungen gegenüber anderen staatlichen Stellen abgezogen werden ("intergovernmentale Forderungen" bzw. "konsolidierte Darstellung"), sind bei der Interpretation der Veränderung des Schuldenstandes sowohl die Entwicklung der Verbindlichkeiten als auch der intergovernmentalen Forderungen zu berücksichtigen. Das gilt für den Staat insgesamt als auch für die Beiträge der einzelnen Teilsektoren zum öffentlichen Schuldenstand. Die Verringerung in absoluten Zahlen 2019 stammte fast ausschließlichen aus dem Bundessektor. In diesem Teilbereich wurden 2019 einerseits die Verbindlichkeiten aus dem Bankenpaket weiter reduziert, anderseits kam es bei der Kerneinheit Bund (Bund ohne außerbudgetäre Einheiten) insgesamt zu einem Rückgang an Verpflichtungen, was sich auch auf einen stärkeren Anstieg der Forderungen des Bundes und somit einem höheren Konsolidierungsbeitrag zurückführen lässt.

Auf Landesebene und bei der Sozialversicherung konnte ebenfalls eine Reduktion des Schuldenstandes beobachtet werden. Der Anstieg der Verbindlichkeiten auf Gemeindeebene zeigt einen gegenläufigen Trend zu den anderen Teilsektoren. Von der Art der Verschuldung entfielen am Ende des Jahres 2019 1,7 Mrd. Euro auf Einlagen, 235,1 Mrd. Euro auf Anleihen und 43,5 Mrd. Euro auf Kredite.

Vierteljährlicher öffentlicher Schuldenstand 

In beiden Quartalen 2020 konnte eine Steigerung der Schuldenquote (=Verhältnis der Staatsschulden zum BIP), als auch eine Erhöhung des Schuldenstandes in absoluten Zahlen beobachtet werden. Dieser Anstieg kann fast ausschließlich auf die Kerneinheit Bund zurückgeführt werden, da Österreich ab Mitte März 2020 erhebliche Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie sowie ihrer wirtschaftlichen Folgen getroffen hat.

Diese Schuldaufnahme geht jedoch auch teilweise mit einem Anstieg an Einlagen auf der Aktivseite einher. Das bestätigt, dass die Auszahlungen aus den diversen Corona-Hilfspaketen zwar schon teilweise erfolgt sind, nebenbei aber auch vorsorglich neue Verbindlichkeiten eingegangen wurden, um zukünftige Corona-Hilfen zu finanzieren.

Öffentlicher Schuldenstand
Öffentlicher Schuldenstand nach Teilsektoren des Staates und Bundesländern
Vierteljährlicher öffentlicher Schuldenstand mit Sondereffekten des Bankenpakets
Vierteljährlicher öffentlicher Schuldenstand, 1. Quartal 2000 - 2. Quartal 2020

Vierteljährlicher öffentlicher Schuldenstand vom 1.Quartal 2000 bis 2.Quartal 2020


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