Öffentlicher Schuldenstand

Für die budgetäre Notifikation an die Europäische Kommission Ende März 2020 (Mitteilung von öffentlichem Defizit/Überschuss und öffentlichem Schuldenstand in Zusammenhang mit den Maastrichter Konvergenzkriterien) berechnete Statistik Austria die Daten für das Jahr 2019 gemäß den Kategorien des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 2010). Der öffentliche Schuldenstand belief sich Ende 2019 somit auf 280,4 Mrd. Euro bzw. 70,4% des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Damit liegt die Staatsverschuldung um 4,8 Mrd. Euro unter dem Vorjahreswert, die Schuldenquote (=Verhältnis der Staatsschulden zum BIP) verringerte sich gleichzeitig um 3,6 Prozentpunkte. Ohne die Sondereffekte des Bankenpakets würde die Schuldenquote ebenfalls sinken: Der Schuldenstand wäre von 71,8% des BIP im Jahr 2018 auf 68,9% des BIP im Jahr 2019 gesunken.

Da bei der Berechnung des öffentlichen Schuldenstandes die Forderungen gegenüber anderen staatlichen Stellen abgezogen werden ("intergovernmentale Forderungen" bzw. "konsolidierte Darstellung"), sind bei der Interpretation der Veränderung des Schuldenstandes sowohl die Entwicklung der Verbindlichkeiten als auch der intergovernmentalen Forderungen zu berücksichtigen. Das gilt für den Staat insgesamt als auch für die Beiträge der einzelnen Teilsektoren zum öffentlichen Schuldenstand. Die Verringerung in absoluten Zahlen 2019 stammte fast ausschließlichen aus dem Bundessektor. In diesem Teilbereich wurden 2019 einerseits die Verbindlichkeiten aus dem Bankenpaket weiter reduziert, anderseits kam es bei der Kerneinheit Bund (Bund ohne außerbudgetäre Einheiten) insgesamt zu einem Rückgang an Verpflichtungen, was sich auch auf einen stärkeren Anstieg der Forderungen des Bundes und somit einem höheren Konsolidierungsbeitrag zurückführen lässt.

Auf Landesebene und bei der Sozialversicherung konnte ebenfalls eine Reduktion des Schuldenstandes beobachtet werden. Der Anstieg der Verbindlichkeiten auf Gemeindeebene zeigt einen gegenläufigen Trend zu den anderen Teilsektoren, wobei hier fehlende Daten für 2019 auf Basis der Vorjahreswerte geschätzt wurden. Von der Art der Verschuldung entfielen am Ende des Jahres 2019 1,7 Mrd. Euro auf Einlagen, 235,1 Mrd. Euro auf Anleihen und 43,6 Mrd. Euro auf Kredite.

Vierteljährlicher öffentlicher Schuldenstand 

In allen vier Quartalen 2019 konnte eine Verringerung der Schuldenquote (=Verhältnis der Staatsschulden zum BIP), als auch eine Verringerung des Schuldenstandes in absoluten Zahlen beobachtet werden. Auch im Quartalsmuster konnte diese Reduktion in absoluten und in relativen Zahlen vor allem dem Bundessektor zugeschrieben werden. Auf Landesebene gab es ebenfalls eine Reduktion des Schuldenstandes in allen 4 Quartalen 2019. Auf Gemeindeebne ließ sich auf der anderen Seite, ein leichter Anstieg an Verpflichtungen in den Quartalen 2019 beobachten.

Bei den Verbindlichkeiten der Sozialversicherung kommt es unterjährig durch kurzfristige Finanzierungen oft zu starken Schwankungen, so auch wieder 2019, wo nach einem starken Rückgang im 1. Quartal 2019, die Verbindlichkeiten bis zum 4. Quartal 2019 wieder gestiegen sind.

Öffentlicher Schuldenstand
Öffentlicher Schuldenstand nach Teilsektoren des Staates und Bundesländern
Vierteljährlicher öffentlicher Schuldenstand mit Sondereffekten des Bankenpakets
Vierteljährlicher öffentlicher Schuldenstand, 1. Quartal 2000 - 4. Quartal 2019

Vierteljährlicher öffentlicher Schuldenstand vom 1.Quartal 2000 bis 4.Quartal 2019


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