Gesundheit am Arbeitsplatz

Gesunde Bedingungen am Arbeitsplatz sicherzustellen ist eine bedeutende gesundheitspolitische Aufgabe. Voraussetzung dafür ist die Identifikation von arbeitsplatzbezogenen Gesundheitsrisiken und -problemen, um mit entsprechenden Maßnahmen gegenzusteuern. Dafür kommen der betrieblichen Gesundheitsförderung sowie arbeitsmedizinischen Interventionen besondere Bedeutung zu, nicht zuletzt auch um Berufskrankheiten und Arbeitsunfällen vorzubeugen.

Statistik Austria erhob im Ad-hoc-Modul 2020 zur Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung Daten zu Arbeitsunfällen, arbeitsbezogenen Gesundheitsproblemen und Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz.

Zu den anerkannten Versicherungsfällen im Zusammenhang mit Berufstätigkeit (Arbeitsunfälle, Wegunfälle und Berufskrankheiten) führt der Dachverband der Sozialversicherungsträger eine jährlich aktualisierte Statistik. Weiterführende Informationen dazu finden Sie auf den Homepages der AUVA und des Dachverbandes der Sozialversicherungsträger.

Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz

Laut der Erhebung des Ad-hoc-Moduls 2020 waren rund 3,7 Mio. Erwerbstätige am Arbeitsplatz zumindest einem körperlichen und/oder psychischen Risikofaktor ausgesetzt. Das entspricht rund 86% aller Erwerbstätigen. Acht von zehn (79,0%) Erwerbstätigen gaben körperliche Risikofaktoren an, sechs von zehn (59,2%) klagten über zumindest ein psychisches Risiko. Männer (88,6%) waren häufiger als Frauen (83,9%) von potenziell belastenden Arbeitsbedingungen betroffen. Dieser Unterschied ging zu einem großen Teil auf den höheren Anteil an Männern zurück, die unter körperlich beschwerlichen Bedingungen arbeiten, bei Frauen hingegen traten psychische Risikofaktoren etwas häufiger auf.

Arbeitsbezogene Gesundheitsprobleme

Zu arbeitsbedingten Gesundheitsproblemen wurden im Ad-hoc-Modul 2020 neben den derzeit erwerbstätigen Personen auch frühere Erwerbstätige im Alter von 15 bis 74 Jahren befragt. 13,4% aller (jemals) erwerbstätigen Personen gaben zumindest ein arbeitsbedingtes Gesundheitsproblem in den letzten 12 Monaten an.

Arbeitsunfälle

Von allen 4,6 Mio. befragten Erwerbspersonen berichteten 3,5% bzw. hochgerechnet 163.400 Personen, innerhalb des letzten Jahres vor der Befragung mindestens einen Arbeitsunfall gehabt zu haben. Der Geschlechtsunterschied in der Unfallhäufigkeit war deutlich: Sieben von zehn Opfern eines Arbeitsunfalls waren Männer und drei waren Frauen.

Für das Jahr 2020 sind von den Sozialversicherungsträgern 82.910 anerkannte Arbeitsunfälle dokumentiert. Die Zahl der Arbeitsunfälle verringerte sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten vor Beginn der COVID-19-Pandemie um rund ein Fünftel (von 132.819 Fällen im Jahr 1999 auf 107.038 Fälle im Jahr 2019); im Jahr 2020 ging die Zahl der Arbeitsunfälle markant um 22,7% auf 82.910 zurück. Auch die Rate je 100.000 Unfallversicherte reduzierte sich im Jahr des Pandemiebeginns von 2.078,5 Fällen auf 1.628,1 Fälle. Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle sank um 10,3% auf 113 (2019: 126 Fälle).

Anerkannte Berufskrankheiten und Wegunfälle

Insgesamt wurden im Jahr 2020 von der AUVA 94.090 Versicherungsfälle im Zusammenhang mit der Berufstätigkeit anerkannt (ohne Berücksichtigung von Schülerinnen, Schülern und Studierenden), von denen 245 einen tödlichen Verlauf nahmen. Die Versicherungsfälle umfassten neben den 82.910 Arbeitsunfällen im engeren Sinne auch 10.096 Wegunfälle (darunter 31 tödliche) und 1.084 Berufskrankheiten (darunter 101 tödliche). Die Rate der anerkannten Versicherungsfälle reduzierte sich von 2.382,1 Fällen im Jahr vor dem Pandemiebeginn auf 1.847,6 Fälle je 100.000 Unfallversicherte im Jahr 2020.

Die Zahl der Wegunfälle sank von 2019 auf 2020 um gut 29% (von 14.222 auf 10.096).

Berufskrankheiten machen einen relativ kleinen Teil der anerkannten Versicherungsfälle aus (1,2%). Ihre Zahl schwankte in den letzten zwanzig Jahren vor Ausbruch der Pandemie zwischen 1.371 (2018) und 1.932 (2009). Im Jahr 2020 ging sie deutlich um 23,3% zurück (auf 1.084 Fälle). Eine steigende Tendenz zeigt sich allerdings bei den tödlichen Berufskrankheiten, ihre Zahl erhöhte sich im Zeitraum 1999/2019 auf den neunfachen Wert (auf 117 Todesfälle). Im Jahr 2020 haben 9,3% aller anerkannten Berufskrankheiten einen tödlichen Ausgang genommen (+1,0 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr).

Ergebnisse im Überblick: Arbeitsbezogene Gesundheitsprobleme, Risiken, Arbeitsunfälle 2020

Mikrozensus Ad-hoc-Modul 2020 "Arbeitsunfälle, arbeitsbezogene Gesundheitsprobleme und Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz"

Anerkannte Versicherungsfälle (Dachverband der Sozialversicherungsträger)

Ergebnisse im Überblick: Versicherungsfälle in der gesetzlichen Unfallversicherung seit 1975
Versicherungsfälle in der gesetzlichen Unfallversicherung 2020 nach Versichertenkategorie und Geschlecht

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Arbeitsunfälle und arbeitsbezogene Gesundheitsprobleme 2013

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