Pressemitteilung: 11.604-164/17

Statistisches Jahrbuch für Migration & Integration 2017: Bevölkerung Österreichs mit Migrationshintergrund wuchs 2016 um 85.000 Personen

Wien, 2017-08-23 – Im Durchschnitt des Jahres 2016 lebten rund 1,898 Millionen Personen (22,1%) mit Migrationshintergrund in Österreich, um 85.000 mehr als 2015 (1,813 Millionen). Von diesen waren 1,415 Millionen selbst im Ausland geboren, weitere 483.000 gehörten als in Österreich geborene Nachkommen von Eltern mit ausländischem Geburtsort der sogenannten zweiten Generation an. Dies geht aus dem Statistischen Jahrbuch für Migration und Integration hervor, das von Statistik Austria zusammengestellt und heute veröffentlicht wurde.

Rückgang der Zuwanderung nach Rekordjahr

Der Zuwachs der Personen mit Migrationshintergrund ergab sich 2016 vor allem aus weiterhin hohen internationalen Wanderungsgewinnen Österreichs (+64.676 Personen), wenn auch gegenüber 2015 (+113.067 Personen) ein deutlicher Rückgang der Wanderungssalden Österreichs mit dem Ausland zu verzeichnen war. Insbesondere der Zuzug von Asylsuchenden aus dem Nahen und Mittleren Osten verringerte sich gegenüber dem Vorjahr deutlich, wogegen die Zuwanderung aus anderen EU-Staaten (u. a. Bildungsmigration aus Deutschland sowie Arbeitsmigration aus den südosteuropäischen EU-Staaten) nur geringfügig abnahm.

130.000 Asylwerber 2015 und 2016 – 36.720 Anerkennungen als Flüchtling

Laut Zahlen des Innenministeriums haben sich die Asylanträge 2016 (42.285 Anträge) im Vergleich zu 2015 (88.340) mehr als halbiert. 2015 und 2016 stellten in Summe 130.625 Personen einen Asylantrag in Österreich. Die meisten Asylsuchenden stammten 2016 aus Afghanistan (11.794), Syrien (8.773) und dem Irak (2.862). Insgesamt 36.720 Personen wurden 2015 und 2016 als Flüchtling anerkannt, davon 23.642 aus Syrien, 3.839 aus Afghanistan sowie 1.965 aus dem Irak.

21% der Erwerbstätigen haben Migrationshintergrund

Von den insgesamt 4,22 Millionen Erwerbstätigen im Jahresdurchschnitt 2016 hatten 21% (knapp 900.000 Personen) Migrationshintergrund. Den größten Anteil darunter hatten Erwerbstätige aus jugoslawischen Nachfolgestaaten außerhalb der EU: Sie machten 6,1% aller Erwerbstätigen aus. Erwerbstätige aus den ab 2004 beigetretenen EU-Staaten stellten 5,7% aller Erwerbstätigen, jene aus den EU-Staaten vor 2004 bzw. EFTA-Staaten 3,3%. Erwerbstätige mit türkischem Migrationshintergrund machten 2,7% aus, jene aus sonstigen Drittstaaten 3,4%.

Im Vergleich zu 2015 (4,148 Millionen) erhöhte sich die Anzahl der Erwerbstätigen um rund 72.000. Von diesem Zuwachs entfielen 42.000 auf Erwerbstätige mit Migrationshintergrund, insbesondere aus sonstigen Drittstaaten (+19.000) sowie aus den ab 2004 beigetretenen EU-Staaten (+18.000).

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen finden Sie im Statistischen Jahrbuch für Migration und Integration 2017.

 

 

Methodische Informationen, Definitionen: Das Statistische Jahrbuch für Migration und Integration erscheint in der vorliegenden Form zum achten Mal. Neben aktuellen Daten und Fakten rund um die Themen Migration und Integration sind darin auch 25 im Nationalen Aktionsplan für Integration definierte Indikatoren zur Beurteilung von Integrationsprozessen enthalten – von demographischen Aspekten über die sozioökonomische Situation bis zum Thema Sicherheit. Durch das Einbeziehen unterschiedlicher Quellen sowie durch Anreicherung von vorhandenen Daten konnten quer über alle Statistikbereiche aussagekräftige Informationen zusammengetragen werden. Die in der Publikationen enthaltenen Informationen zum Integrationsklima wurden im Rahmen einer im Frühjahr 2017 durchgeführten Erhebung von GfK-Austria erfasst und von der Kommission für Migrations- und Integrationsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ausgewertet. 
Migrationshintergrund haben jene Personen, deren Eltern beide im Ausland geboren wurden. Personen mit einem in Österreich geborenen Elternteil haben somit keinen Migrationshintergrund. Für die Zuordnung des Herkunftslandes ist das Geburtsland der Mutter ausschlaggebend.  
Erwerbstätige nach ILO-Konzept (internationale Definition): Personen, die in der Referenzwoche mindestens eine Stunde gearbeitet haben oder die wegen Urlaub, Krankheit usw. nicht gearbeitet haben, aber normalerweise einer Beschäftigung nachgehen. Präsenz- und Zivildiener sind ausgeschlossen.  
--- 
Die Zahlen zum Migrationshintergrund sowie zu den Erwerbstätigen wurden aus einer Stichprobenerhebung (Mikrozensus) hochgerechnet. Sie unterliegen daher einer statistischen Schwankungsbreite. Aus diesem Grund werden nur gerundete Ergebnisse dargestellt.  
Die Ergebnisse der Wanderungs- und Asylstatistik stammen aus administrativen Registern und geben die genaue Anzahl aller dort erfassten Personen wieder, welche der statistischen Definition der dargestellten Masse entsprechen.

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria:  
Dr. Stephan MARIK-LEBECK, Tel.: +43 (1) 71128-7204 bzw. stephan.marik-lebeck@statistik.gv.at 

Grafik 1

P:\101DA\Bevölkerung\Integration_E0352\IF17\PM\Migrationshintergrund.PNG

P:\101DA\Bevölkerung\Integration_E0352\IF17\PM\Migrationshintergrund.PNG

Grafik 2

P:\101DA\Bevölkerung\Integration_E0352\IF17\PM\Erwerbstätige.PNG

P:\101DA\Bevölkerung\Integration_E0352\IF17\PM\Erwerbstätige.PNG

Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber: 
Bundesanstalt Statistik Österreich, Redaktion: Mag. Beatrix Tomaschek 
1110 Wien, Guglgasse 13, Tel.: +43 (1) 71128-7851 
presse@statistik.gv.at © STATISTIK AUSTRIA